Der Fretterbach hat sich wieder in sein unterirdisches Reich zurückgezogen. Der 18 Kilometer lange Bach entspringt oberhalb von Fehrenbracht und mündet in Lenhausen in die Lenne. Seit einigen Jahren verschwindet das Gewässer immer wieder mal: Bei Trockenheit fließt das Wasser kurz vor Deutmecke in ein Erdloch und kommt erst einige Kilometer weiter hinter Frettermühle wieder ans Tageslicht. Das gespenstische Szenario hält für Reiher ein Festmahl parat: Fische und Krebse sind die großen Verlierer des völlig ausgetrockneten Bachlaufs.
„Wir haben hier Kalkboden. Wenn die unterirdischen Lager wie eine Badewanne voll sind, fließt die Fretter oben drüber. Sind die Lager leer, versickert das Wasser“, vermutet der Fretterbachanlieger. In der Tat liegt durchfließt der Fretterbach eine verkarstete Landschaft. Wasserlösliches Gestein sorgt dafür, dass sich der Fretterbach unter der Erde einen neuen Weg sucht. Hinzu kommt, dass sich das Gewässer am in der „Bigge-Fretter Senke“ befindet. In dem Kalkgestein sind zahlreiche Höhlen entstanden, bekanntester Vertreter der Natureinrichtung ist die „Atta Höhle.“ Kaum vorzustellen, dass sich hier einst ein Atoll befand.
In alten Erzählungen wird berichtet, dass sich in Serkenrode sogar ein unterirdischer See befindet. Wie dem auch sei: Der Fretterbach ist auf einem Teilstück seiner Reise durch die Region verschwunden. Von der Fahrradbrücke des Sauerlandradrings lässt sich das Phänomen gut beobachten. Vom sprudelnden Nass ist nur eine karge Steinlandschaft übriggeblieben.
Auch in Serkenrode scheint der Gang in die „Unterwelt“ bevorzustehen. Ausbleibender Regen und das Kalkgestein lassen das vertraute Bachbett austrocknen.
Über dem Szenario steht eine eher tot geschwiegene Frage, die jedoch wir ein Damoklesschwert über den Ortschaften schwebt. WAS – WENN ES BRENNT UND KEIN WASSER ZUM LÖSCHEN VORHANDEN IST???
Text/Fotos: Friedhelm Tomba

Foto: Die Fahrradbrücke des Sauerlandradrings bei Deutmecke mit dem bekannten Fretterbach in „guten Zeiten“

Foto: Nur eine Steinlandschaft erinnert am 10.08.2026 noch den Bachlauf

Foto: Der Fretterbach im Serkenroder Unterdorf, Abzweig nach Ramscheid und das, was von ihm am 10.08.2026 noch übrig ist
Im Jahr 2021, als der Dauerregen den Fretterbach geflutet hat, (und die schreckligen Verwüstung mit vielen Toten im Ahrtal zur Folge hatte) gab es einen entsprechenden Artikel auf Serkenrode.de, der hier nachgelesen werden kann: